Jerrah & .rhavin machen nicht nur Musik!
Wenn wir die Zeit finden, sind wir ab und zu auch mit politischen und satirischen Aktionen unterwegs, um Menschen zum Denken anzuregen, Informationen und Ideen zu verbreiten oder gegen Ungerechtigkeiten zu demonstrieren. Wir unterstützen gerne alle möglichen Projekte mit unserer Musik, die wir selber für sinnvoll halten. Schreibt uns einfach an unter: j@jerrah.de
Seit Anfang 2010 werden immer mehr Stimmen laut, ehemalige Heimkinder und Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch melden sich zu Wort. Sie wurden in Katholischen Einrichtungen jahrelang missbraucht und bekamen von niemandem Hilfe. Die Kirche selbst versuchte stets die Geschehnisse zu vertuschen und versetzte Täter nur in andere Einrichtungen, wo sie wieder zu Tätern wurden. Im April 2010 demonstrierten die ehemalige Heimkinder in Berlin für angemessende Entschädigungen und die Aufhebung der Verjährungsklausel in diesen Fällen. Wir spielten auf der Bühne am Brandenburger Tor ein sehr bewegendes Lied, dessen Text ein Betroffener selbst geschrieben hat.
"Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott." Mit dieser Botschaft war die säkulare Buskampagne in ganz Deutschland unterwegs. Jerrah & .rhavin begleiteten die atheistische Stadtrundfahrt in Berlin, wo der Bus am 30. Mai startete und feierte dessen Rückkehr am 18. Juni im Tanzcafe, wo sie eine Auswahl atheistischer und religionskritischer Songs von sich und Musikern wie John Lennon, Leonard Cohen und Bob Dylan spielten.

Am 1. Mai 2005 stellten wir uns mit einem Verkaufstand für "Latex-Pflastersteine" mitten auf die Oranienstraße in Kreuzberg. Damit gaben wir, Steine in die Luft haltend, das passende Bild für die Titelseite der "taz" am nächsten Tag ab. Die Gäste vom MyFest verstanden den Humor und kauften uns jede Menge Pflastersteine ab. Diese hatten wir die Woche zuvor aus Schaumstoff geformt, in Latex getränkt und mit Farbe bemalt. Das Ergebnis sieht verblüffend echt aus und lässt sich sogar echt aussehend werfen, obwohl diese Steine natürlich leicht und weich sind und niemanden verletzten könnten.
Während des Wahlkampfes zur Bundestagswahl 2005 zogen .rhavin und ich in Sensemann-Kostümen durch Berlin und posierten an verschiedenen Orten (Gedächtniskirche, Neptunbrunnen, Bundestag und verschiedene U- und S-Bahnen) als lebendiger Bildwitz. Denn jeder von uns trug ein Schild vor sich mit der Aufschrift "Alles wird gut!", wobei auf .rhavins Schild das SPD- und auf meinem das CDU-Logo zu sehen war. Wir wurden sehr oft fotografiert, unter anderem von der "Jungen Welt", die das Foto zu einem Bericht über die Verhandlungen zur Großen Koalition abbildete. Vor dem Neptunbrunnen drehte ein kleines Fernsehteam am Tag nach der Wahl einen Bericht über uns und die Reaktionen der Passanten vor Ort. Diese reichten von Empörung über Nichtverstehen bis zu heller Begeisterung.
Am dritten Advent zogen wir, als verarmte Weihnachtsmänner verkleidetet, durch Berlin mit der Botschaft "Geiz ist scheiße!". Zuerst stellten wir uns auf den Weihnachtsmarkt am Zoo und ließen uns von Touristen und Reportern fotografieren und filmen. Dann liefen wir zum KaDeWe, wo wir, Flyer verteilend, durch den Haupteingang zum hauseigenen Weihnachtsmann kamen, der uns erschrocken bat zu gehen und den Wachdienst holte. Die neugierige Kundschaft nahm uns locker 50 Flyer ab, während wir vom Wachdienst rausgeschubst wurden. So zogen wir weiter zum Einkaufcenter "Das Schloß" in der Schloßstraße in Steglitz. Dort verteilten wir vor dem Eingang jede Menge Flyer, bis wieder erst der Wachdienst, dann der Chefvertreter uns baten wegzugehen. Also fuhren wir, weiter flyerverteilend, mit der Bahn zum Alexanderplatz auf den Weihnachtsmarkt, wo wir uns zum Feierabend noch einen Glühwein gönnten, bevor wir wieder nach Hause fuhren. Fast 300 Flyer konnten wir unter die Leute bringen, wir hoffen, ein paar Denkanstöße gegeben zu haben.